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29. Juni 2017

Welttreffen der historischen Fahrräder

ein Beitrag von Monika Grundmeyer

 

Der Anlass war gegeben: 2017, 200 Jahre nach Erteilung des Patents für die Laufmaschine des Freiherrn von Drais, die als das erste, individuelle Verkehrsmittel auch im Logo des VFV vorhanden und der Vorläufer aller Zweiräder ist, fand das Welttreffen für historische Fahrräder in Karlsruhe, dem Geburtsort dieses Erfinders, statt. 390 Teilnehmer aus 23 Nationen präsentierten ihre Maschinen vom Veloziped von 1865 bis zum Fahrrad der 1930er Jahre und später.

Natürlich waren die Laufmaschinen zahlreich vertreten: Eine Gruppe aus Nancy, der Partnerstadt von Karlsruhe, hatte die Strecke auf Nachbauten der Laufmaschine in 5 Tagen zurückgelegt und wurde am Vorabend der Veranstaltung beim Eintreffen vor dem Schloss in Ihren historischen Kostümen begeistert empfangen.

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Hochradreigen der Tscheschen

Eine Gruppe von Hochradfahrern aus Tschechien präsentierte einen Reigen nach klassischer Musik vor dem Schloss, den man von einem der beiden Riesenräder, welche die Stadt Karlsruhe als Sinnbild für alle Zweiräder vor dem Schloss installieren ließ, besonders gut beobachten konnte. Dieses Barockschloss mit seinem weitläufigen Schlosspark und dem angrenzenden Wald waren eine ideale Kulisse für Akteure und Zuschauer.

Das Century-Run, die Härteprüfung für Mensch und Maschine (100 engl. Meilen = 162,5km müssen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zurückgelegt werden!) konnte auf ebenen, befestigten und schattigen Waldwegen absolviert werden.

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Riesenräder vor dem Schloss

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Eintreffen der Draisinen aus Nancy

Am ersten Abend im Festzelt waren die Teilnehmer verblüfft durch ein 2,50m x 4,50m großes Banner, auf dem die Umbettung des Carl Drais einige Jahre nach seinem Tod, abgebildet war. Dazu hatten die Veranstalter, unterstützt von Teilnehmern, die historische Fahnen mitgebracht hatten, einen farbigen Gegensatz zu der großen s/w Abbildung hergestellt. Damals hatten die Fahrradvereine das Geld für die Umbettung gesammelt und waren alle mit Ihren Vereinsfahnen dabei, als Drais von einem Vorortfriedhof auf den Hauptfriedhof der Stadt Karlsruhe verlegt wurde. Dieses Grab wurde am folgenden Tag von den Teilnehmern besucht und zu Ehren dieses großen Erfinders dort auch ein Lied gesungen.

Dank der Mithilfe von Polizei und Straßenbehörde, die den Riesentross unterschiedlich schnell fahrender „Velozipedisten“ sicher durch die Stadt und ihre Außenbezirke leitete, konnten die Orte Durlach und Ettlingen besucht und auf dem Rückweg in einem schattigen Park mit einem Schoppen die Ausfahrt beendet werden.

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Pause im Park

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Fertig zur Kostümausfahrt

Für den Samstagvormittag war die obligatorische Kostümausfahrt durch die Innenstadt von Karlsruhe vorgesehen, die von vielen Zuschauern in der Fußgängerzone mit andauerndem Applaus bedacht wurde. Bis zu den Rennen am Nachmittag im Schlosspark bestand die Möglichkeit, auf der Flohmarktmeile vor dem Schloss noch historische Fahrräder oder fehlende, erforderliche Teile zu erwerben.

Der festliche Abschlussabend mit Galadiner war überschattet durch den Sturz des Champions bei den Rennen der Hochrad-Originale, der jedoch gerade noch glimpflich ausgegangen war. Für viele Teilnehmer, die eine lange Anfahrt hatten, war das der Schluss der Veranstaltung während andere am nächsten Sonntagmorgen noch einmal als Rollendes Museum an der Veranstaltung „Ganz schön Drais“ im alten Schlachthof teilnehmen konnten, bevor man sich endgültig verabschiedete. Nicht alle Teilnehmer werden sich im nächsten Jahr wieder sehen, denn das Welttreffen der IVCA (International Veteran Cycle Association) 2018 wird auf Bali stattfinden.

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Zweikampf beim Hochradrennen

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Der Verfolger