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Es war einmal... Since 53

ein Beitrag von Martin Hörleinsberger

Am 5 März 1953 stirbt Josef Stalin.Das Volkswagenwerk in Wolfsburg senkte den Preis eines „Käfers“ auf 4200 DM (vorher 4400DM). Am 2.Juni 1953 wurde Königin Elisabeth II feierlich gekrönt. In der Westminster Abbey in der britischen Hauptstadt London fand die Krönungszeremonie von Königin Elisabeth II. (geb. 1926) statt. Die Krönungsfeierlichkeiten wurden im deutschen Fernsehen übertragen. Es war die erste Sendung im Rahmen der Eurovision.

In Österreich versucht Hans Trunkenpolz Geldgeber aufzutreiben um in die Motorradproduktion einsteigen zu können.Er hat eine Werkstatt für LKW Reparaturen aufgebaut aber die Auftragslage wurde immer schlechter

Ernst Kussin aus Hallein war bereits vor dem Krieg Motorradrennfahrer gewesen und verfolgte interessiert die Entwicklungen in der Zweiradszene der Nachkriegszeit. Er traf seinen Freund Ernst Kronreif am Bahnhof Hallein-Taxach. Ernst Kussin erzählte ihm von den finanziellen Problemen von Hans Trunkenpolz und die Absicht in die boomende Zweiradbranche einsteigen zu wollen. Er brauche aber einen Geldgeber. Kussin wusste das Kronreif eine reiche Tante namens Maria Hartmann genannt Tanta „Lola“die das Gasthaus „Hohlwegwirt“ in Hallein führte hatte. Es lag nun an Ernst Kronreif seine Tante zu überzeugen als Geldgeber in die Idee von Hans Trunkenpolz Zweiräder zu bauen zu investieren. Im März 1953 wurde der Vertrag geschlossen.

Die ab diesem Zeitpunkt in ,,KTM-Motorfahrzeugbau KG, Kronreif & Trunkenpolz Mattighofen" umbenannte Firma war nun amtlich.
In den frühen Morgenstunden am 15.März des Jahres 1953 werden drei Prototypen KTM R100 nach Wie zur Frühjahrsausstellung gefahren und dort präsentiert.

Ernst Kussin wusste genau das er sich gegen die Alleinstellung von Puch nur mit guter Werbung durchsetzen kann.Er erfand 1953 die 1800km lange Österreichrundfahrt die KTM mit Werksfahrer Erwin Lechner, Albert Brenter, Edi Kranawetvogel, Paul Schwarz und Reservefahrer Horst Pfeifer vor anwesender Presse werbewirksam auf einer KTM R 100 beendete.

Ein Ein weiterer Schritt die Marke KTM bekanntzumachen war von Paris nach Wien schneller zu fahren wie der damalige „Arlberg-Express-Zug" der dafür 24 Stunden benötigte.Hans Trunkenpolz, Albert Brenter und Paul Schwarz benötigten am 30.September1954 für die 1278km bei widrigen Bedingungen dafür 21 Stunden 41 Minuten mit einem beachtlichen Schnitt von knapp 70km/h. Sie fuhren alle eine KTM 125 Tourist.

Für einen Werbefilm organisierte Ernst Kronreif eine Wasserdurchfahrt bei der es aussah als würde das Motorrad nach der Durchquerung weiterfahren.Am anderen Ende des Flusses wartete ein anderer Fahrer der dann „weiterfuhr“.

 
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v.l.n.r.: Tante ,,Lola", Werksfahrer Erwin Lechner, Ernst Kronreif, Hans Trunkenpolz Albert Brenter,Edi Kranawetvogel, Paul Schwarz und Reservefahrer Horst Pfeifer

 
 
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v.l.n.r. Ernst Kussin,Hans Trunkenbolz,Paul Schwarz,Albert Brenter

 

Für die nächsten Schlagzeilen sorgten die KTM-Mannen bei der.Ankunft zur Sechs-Tage-Fahrt in Garmisch-Partenkirchen 1956. Nicht nur der PUCH-Mannschaft mit ihren zwei Motorrädern fiel fast die Augen aus dem Kopf, als das KTM-Team mit einem Kastenwagen, einem Porsche 356 und einem Lancia Aurelia Spider in einheitlicher, blauoranger Lackierung im Fahrerlager auftauchten. Der von Ernst Kronreif initiierte Auftritt verfehlte die Wirkung nicht, da sich die Presse auf das bunte Team mit den vier KTM-Motorrädern stürzte. Als dann auch noch die Rennfahrer-Neulinge Egon Dornauer und Kurt Statzinger in der Klasse bis 125 cm3 je eine Goldmedaille bzw. Fridolin Muck und Helmut Schachner in der Klasse bis 175 cm3 je eine Bronzemedaille abräumten, während man bei PUCH leer ausging, war die Sensation perfekt.


 
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Im Frühjahr 1955 wurden pro Tag 20 Motorräder produziert.Der Presse wurde Ende des selbe Jahres mitgeteilt das die 1000ste KTM Tourist das Werk verlassen hat.Preis 8490.- Schilling. KTM investierte sehr viel Engagement und Geld in den Rennsport,um hier erfolgreich zu sein wurde der Motorenkonstrukteur Ing.Ludwig Apfelbeck verpflichtet.

Er sollte innerhalb eines Jahres einen wettberwerbsfähigen 125ccm Viertaktmotor bauen.Mit dem KTM RS125 genannten Modells tröpfelten die ersten nationalen Erfolge ins Haus.


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Ich darf mich an dieser Stelle bei Herrn Peter Krackowitzer bedanken der mir erlaubt hat den Link aus seiner hervorragenden Hompage hier veröffentlichen zu dürfen:
Zur Homepage von Herrn Krackowitzer

Ich hatte das Glück eine KTM 125 Grand Tourist Bj.1955 kaufen zu können.Sie musste technisch und optisch in Originalzustand versetzt werden.
Die Restaurierung habe ich in Wort und Bild auf den nachfolgenden Seiten dokumentiert:

Modell: KTM / R 125 GRAND TOURIST
Motor: 2 Takt ROTAX ( Lizenz SACHS )
Bohrung/Hub: 54 x 54 mm
Verdichtung: 6,5 : 1
Leistung: 6,1 PS bei 5.500 U/min
Getriebe: 3 Gang Fussschaltung, 1 Gang oben
Leergewicht: 83 Kg


Restauration in Bildern

Fundzustand

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In Einzelteile zerlegt - alle Teile müssen sandgestrahlt werden.

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Die Chromteile sind in einem sehr schlechten Zustand.

Motor

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Motor muss komplett zerlegt werden.

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Der Motor nach dem Glasperlen-Strahlen

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Dichtungen sind nicht mehr erhältlich - selbst ist der Mann.

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Vollständig überholter Motor

Stoßdämpfer

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Die Stoßdämpfer sind in einem sehr schlechten Zustand und müssen mit neuen Kolbenstangen und Buchsen ausgerüstet werden.

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Die Stoßdämpfer und weitere Teile wurden neu verchromt.

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Die neu gefertigten Stoßdämpferteile.

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Das Ergebnis lässt sich sehen.

Blechteile/Rahmen

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Der lackierte Rahmen vor dem Neuaufbau.

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Die Blechteile wurden neu lackiert, die Goldlinien sind freihändig gezogen worden.

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Der Tank wird ebenfalls lackiert und liniert.

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Das Motorrad nimmt Form an, ein neuer Kabelstrang wurde ebenfalls verbaut.

Sonstiges

Ergebnis

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Detaillarbeit hat sich gelohnt.

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2x Tupfen und 2x Kicken und schon springt die Maschine an.

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Geschwister dürfen sich kennenlernen.

Danke an: RBO Stöckl Oldtimerersatzteile http://www.rbo.at/

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Autor und Besitzer:Martin Hörleinsberger